Die Festhalle in Friedrichshafens Ortsteil Fischbach verwandelte sich am 21. März in einen klingenden Treffpunkt des regionalen Chorgesangs: Der Oberschwäbische Chorverband hatte seine 114 Mitgliedschöre zu seiner Jahreshauptversammlung eingeladen. Ein zentrales Signal für die Zukunft setzte die 141. Hauptversammlung: Die Delegierten stimmten der Neufassung der Satzung ohne Gegenstimme zu – ein Schritt, der den Verband organisatorisch modernisieren soll.
Der gastgebende Männerchor Friedrichshafen-Fischbach präsentierte zum Auftakt unter der Leitung von Wilhelm Brommer «Der Freundschaft Band» und das feierliche «Highland Cathedral». Anschließend eröffnete Vize-Präsident Josef Bielau die Versammlung, in deren Rahmen nicht nur berichtet, beraten und abgestimmt, sondern auch viel gesungen wurde. Der Jugendchor St. Columban und seine Dirigentin Maritta Hasenmüller setzten mit «Lindenbaum», «Plaudite, plaudite» und «You’ve got a friend» eindrucksvolle Akzente und gewannen das Publikum mit dem humorvollen «Dusche-Kanon» zum eifrigen Mitsingen.
Stadträtin Angelika Drießen hob in ihrem Grußwort die verbindende Kraft des gemeinsamen Singens hervor und würdigte den OCV und seine 114 Mitgliedschöre für den herausragenden Beitrag für Vernetzung und Nachwuchsförderung. Danach war wieder der Gastgeber dran mit «Auf das Leben» und dem temperamentvollen «Zottelmarsch».
Bei den besonderen Ehrungen des OCV konnten folgende Personen mit der „Goldenen Verbandsehrennadel“ ausgezeichnet werden:
Den Abschluss des ersten Teiles der Hauptversammlung bildete der OCV-Frauenchor und überzeugte unter bewährter Leitung von Verbandschorleiterin Anne-Regina Sieber mit den Musikstücken «Sommarpsalm», dem «Lob der Faulheit» sowie dem Puhdys-Hit «Alt wie ein Baum».
In den Berichten des geschäftlichen Teils der Versammlung wurde deutlich, wie vielseitig der Verband agiert: Nachwuchsarbeit, Fortbildung, Unterstützung der Vereine sowie die Vorbereitung großer Chorveranstaltungen wie das am 25./26. Juli stattfindende „Kirchdorf ist ganz Chor“ prägen die Verbandsarbeit. Auch das neue Angebot für ein Vereinscoaching der Amateurmusik-Akademie und umfangreiche Ehrungsaktivitäten gaben Einblick in die Breite der Aktivitäten. Finanziell blickt der OCV auf ein solides Jahr 2025 zurück. Die Rechnungsprüfer bestätigten eine transparente Kassenführung, und das Präsidium wurde in allen Ämtern entlastet.
Bei den anschließenden Wahlen wurden die Amtsinhaber in ihren Ämtern bestätigt: Josef Bielau bleibt ein weiteres Jahr komm. Präsident, Franz Zinser wurde als Schatzmeister bestätigt und Gerhard Rauch bleibt weiterhin als Beirat tätig. Melanie Fensterle schied auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus – eine Nachfolge konnte leider nicht gefunden werden.
Ein wichtiger Punkt war die Neufassung der OCV-Satzung. Vize-Präsident Josef Bielau erläuterte, dass die bestehende Satzung nach 17 Jahren nicht mehr zeitgemäß sei. Der Entwurf wurde in enger Abstimmung mit dem Schwäbischen Chorverband, anderen Regionalverbänden und juristischen Fachleuten vorbereitet. Ein zentraler Aspekt der neuen Struktur ist die Verkleinerung des Gremiums und die Einführung eines gleichberechtigten Vorstandsteams, das eine flexiblere Aufgabenteilung ermöglicht. Damit reagiert der Verband auch auf veränderte ehrenamtliche Rahmenbedingungen.
Mit Blick nach vorn beschloss die Versammlung außerdem die nächsten Gastgeber: 2027 wird der Liederkranz Otterswang die Hauptversammlung des OCV ausrichten, 2028 folgt die Chorgemeinschaft Tannheim. Auch dies zeigt: Die Chorlandschaft in Oberschwaben bleibt lebendig – und engagiert sich aktiv für ihre Zukunft.
Impressionen von der Hauptversammlung



